07. Februar 2012

AKTUELLES

Ein Wirtschaftsprofessor der Uni Linz sucht Maßstäbe für den objektiven Wert eines Lebens

Wieviel kostet ein Mensch?

Was kostet ein Mensch? Eine Frage, die berührt! Sie ist im 21. Jahrhundert so aktuell wie vor tausenden Jahren. Einerseits, weil noch heute jährlich an die 800.000 Menschen verkauft werden, andererseits, weil vor allem in der modernen Gesundheits- und Umweltpolitik die Bewertung eines Menschen eine besondere Rolle spielt. Ein Volkswirtschaftsprofessor von der Universität Linz macht sich dabei verdient.

Nur mit Waffen und Drogen wird noch mehr gehandelt. Dann kommt schon der Menschenhandel. Obwohl Mauretanien 1981 als letztes Land offiziell die Sklaverei abgeschafft hat, schätzt die UNO in ihrem Weltbevölkerungsbericht, dass jährlich 600.000 bis 800.000 Menschen verkauft werden, vorwiegend Frauen und Kinder. Das bringt den Menschenhändlern 7 bis 12 Milliarden Dollar. Kriminelle Syndikate verdienen in Zeiten fallender Grenzen mit dem „Rohstoff” Mensch jährlich weitere 32 Milliarden Dollar, unter anderem im Sexgeschäft. Eine Fahrt nach Tschechien genügt, um Schilder zu finden wie: „Neue Mädchen ab 25 Euro”.

Die Ware Mensch spielt in allen gesellschaftlichen Bereichen eine Rolle. In der Wirtschaft wird der Mensch zunehmend als Kostenfaktor gesehen: Massenentlassungen bedeuten steigende Aktienkurse. Arbeitslose, Arbeitsunfähige wurden auch schon als „Wohlstandsmüll” abgestempelt. „Humankapital” war 2004 das Unwort des Jahres. Zur Erinnerung: Die SS-Führung im KZ Buchenwald hatte 1941 die Ausbeutungsdauer für einen Menschen mit neun Monaten festgelegt. In dieser Zeit bringe ein Mensch 1.631 Reichsmark ein, rechneten die Nazischergen. Dazu kamen die Erlöse aus Knochen- und Aschenverwertung.

Unglaubliche Blüten treibt der Menschenhandel im Sport. So ist zum Beispiel Michael Essien (25) aus dem verarmten Ghana der teuerste Fußballer Afrikas. Chelsea zahlte für ihn 38 Millionen Euro an Olympique Lyon, für den Brasilianer Ronaldinho verlangt der FC Barcelona aktuell 40 Millionen.

Der Preis von Menschen spielt auch bei Schadenersatzansprüchen, Schmerzensgeld und in politischen Entscheidungen eine große Rolle. „Das gilt vor allem für die Gesundheits- und Umweltpolitik,” erklärt Volkswirtschaftsprofessor Gerald Pruckner von der Uni Linz. Der 44-jährige Wissenschaftler aus Neuhofen an der Krems beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit der ökonomischen Bewertung von nicht marktgängigen Gütern. Pruckner: „Sind die ökonomischen Ressourcen knapp, so dass nicht alle notwendig erscheinenden, öffentlichen Maßnahmen ergriffen werden können, stellt sich die Frage nach dem Wohlfahrt maximierenden Mitteleinsatz.” Das gilt etwa für die Lawinenverbauung, den Hochwasserschutz oder die Bereitstellung bestimmter Gesundheitsleistungen, wie teure Medikamente oder Operationen. Wer bekommt sie, wer nicht? Bei diesen Entscheidungen müssten die Präferenzen der Bürger viel mehr miteinbezogen werden, fordert Professor Pruckner: „Wenn möglichst viele Individuen in den Bewertungsprozess direkt eingebunden werden, führt das zu objektiveren Ergebnissen, wie wenn Interessengemeinschaften und Lobbyisten ihre Ansichten gegen den Willen von schwächer organisierten Betroffenen durchsetzen und dadurch ebenfalls eine Bewertung des menschlichen Lebens vornehmen.”

Buchtipp: „Von Menschenhandel und Menschenpreisen”, innsbruck university press, 156 S., 15.-

Pop-Superstar Jennifer Lopez ist 1,5 Milliarden „wert”!


Es klingt verrückt, aber ist wahr! Der Körper von Pop-Diva Jennifer Lopez, kürzlich Mama von Zwillingen geworden, ist auf 1,57 (!) Milliarden Euro versichert. Das Gesicht der 38-jährigen Amerikanerin (Bild) schlägt dabei mit 500 Millionen Euro am teuersten zu Buche. Lopez’ Beine sind auf 434 Millionen versichert, ihre Stimme auf 306 Millionen, ihr Busen auf 220 und ihre Hüften auf 110 Millionen.

Berufskollegin Janet Jackson, Schwester von Michael Jackson, erscheint dagegen als „Schnäppchen”. Auf ihren Hintern ist eine Versicherungssumme von 23 Millionen ausgesetzt.

Explodiert sind auch die Versicherungssummen bei Sportlern. Als der dreifache Formel 1-Weltmeister Ayrton Senna 1994 tödlich verunglückte, wurden umgerechnet 16,5 Millionen Euro an Lebensversicherung fällig. Heute sind alleine die Knie des brasilianischen Fußballers Adriano 15 Millionen Euro wert und die Hände von Real Madrid-Torhüter Ilker Casillas 7,5 Millionen. Der mittlerweile in Fußballerpension gegangene Portugiese Luis Figo hatte seine Beine auf 70 Millionen Euro versichert.

Ein amerikanischer Weinkritiker ließ übrigens seine Nase auf 1 Million Dollar versichern für den Fall, dass er seinen Geruchssinn verliert.

Schönheitsoperationen

Für Schönheit ist manchen nichts zu teuer. Die plastische Chirurgie korrigiert, repariert und kassiert. Ein Auszug aus der Tarifliste:

- Lidstraffung oder Augenbrauenhebung 1.500 bis 2.000 Euro

- Fettabsaugen ab 1.900.-

 
- Ohrenkorrektur ab 2.500.-

- Penisvergrößerung ab 3.900.

- Haarimplantation ab 4.000.-

- Brustvergrößerung ab 4.900.-

- Bruststraffung ab 5.200.

- Facelifting ab 5.900.-

Illegaler Organhandel

Indien und China gelten als Hochburgen des illegalen Organhandels. In China, wo jährlich, nach Schätzungen von amnesty international, bis zu 8.000 Menschen nach Todesurteilen hingerichtet werden, verwendet man deren Leichen als Ersatzteillager. Was man für Organe berappen muss:

- Niere 50.000 Euro

- Leber 100.000.-

- Lunge 120.000.-

- Herz mindestens 120.000.-

Die teuersten Scheidungen

Wenn sich Größen aus Showbiz, Wirtschaft und Sport trennen, fließt oft viel Geld. Die teuersten Scheidungen der Welt:

- Der australische Verleger und Medienzampano Rupert Murdoch musste seiner Ehefrau 1,2  Milliarden Euro überweisen

- Der amerikanische Unternehmer Sumner Redstone bezahlte 900 Millionen

- Der arabische Geschäftsmann und Waffenhändler Adnan Kashoggi sowie der amerikanische Medienunternehmer Ted Turner zahlten je 720 Millionen

- Der russische Besitzer des Fußballklubs Chelsea London Roman Abramowitsch speiste seine Gattin Irina mit 227 Millionen ab

- Der Wiener Unternehmer Martin Schlaff (54) trennte sich heuer für 200 Millionen von seiner Ehefrau

- Den Schauspielern Michael Douglas und Harrison Ford kostete die Scheidung je 60 Millionen