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Aus Eferding gibt’s erstmals Kartoffeln in rot, blau, violett…
Der neue Genuss: Farbige Erdäpfel
Kein Scherz, sondern eine hervorragende Idee: Heuer wird es erstmals färbige Eferdinger Landl-Erdäpfel geben. Die tolle Knolle treibt’s jetzt bunt. Der Feinschmecker kann zur Freude von Augen und Gaumen unter zehn verschiedenen Farben auswählen: rot, blau, gescheckt, violett…

Erdäpfelsuppe in violett-gelb
Auf den Tellern wird es jetzt noch bunter und geschmackvoller: violettes Erdäpfelpüree, roter Erdäpfelsalat, blaue Erdäpfelsuppe - all das ist bald möglich. Ab August/September wird es die frischen Landl-Erdäpfel nämlich in zehn verschiedenen Farben geben.
Die Eferdinger Erdäpfel-Bauern haben diese Vielfalt wiederentdeckt. „Als der Erdapfel vor 600 Jahren mit Kolumbus von Amerika nach Europa kam, war er ja rot. Erst viel später wurden in Europa nur noch gelbe Erdäpfel gezüchtet, weil die farbigen um ein Drittel weniger Ertrag bringen,” erklärt Mag. Manfred Schauer als Obmann der Eferdinger Erdäpfel-Bauern.
Vier Eferdinger Landwirte haben sich zu der bunten Sortenvielfalt entschlossen. Schauer selbst wird mit der heurigen Ernte zehn verschiedene Farben anbieten. Bei vielen Sorten haben die Schale und der Schaleninhalt die gleiche Farbe (rot/rot, violett/violett, blau/blau…), es gibt aber auch interessante Kombinationen wie violett/gelb, rot/gelb oder gescheckt. Schauer: „Eine Besonderheit ist ein Erdapfel mit violetter Schale und einem gelben Fleisch mit violettem Stern.”
Bei den bunten Knollen handelt es sich durchwegs um sehr alte Landsorten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Darunter ist auch die Spezialität „Vitelotte”, die in Frankreich als Trüffelkartoffel gilt und aus dem Jahr 1790 stammt. „Sie soll der Lieblingserdapfel Napoleons gewesen sein,” so Manfred Schauer. Er verspricht: „Die bunten Erdäpfel schmecken sehr intensiv, fast nussig.”
In Österreich gibt es derzeit nur einen Betrieb im Waldviertel, der bunte Kartoffeln anbaut. Die bunten Erdfrüchte aus Eferding werden allerdings um etwa 30 Prozent mehr kosten als die normalen Landl-Erdäpfel. Sie werden ab Hof und im Maximarkt zu kaufen sein.
Die ersten frischen bunten Erdäpfel aus Oberösterreich werden auch für die Spitzengastronomie interessant sein. Schließlich eignen sie sich für wahre Augenschmaus-Kreationen, die hervorragend munden.
Erstmals präsentiert wurden die neuen alten Kartoffeln kürzlich zum Auftakt des „Internationalen Jahres des Erdapfels” im Wiener Nobelhotel Imperial, wo Köche und Gäste von der Eferdinger „Erfindung” begeistert waren.
Der Erdäpfel-Weltmarkt befindet sich seit einem Jahrzehnt völlig im Umbruch. Bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden die meisten Erdäpfel in Europa, Nordamerika und in den früheren Staaten der Sowjetunion angepflanzt und konsumiert. Mittlerweile ist das Reisland China der größte Erdäpfelproduzent der Welt. Rund ein Drittel der gesamten Ernte wird in China und Indien eingefahren. Was den Pro-Kopf-Verbrauch betrifft, bleiben allerdings die Europäer die absoluten Spitzenreiter.

