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Linzer Fachhochschüler geben aidskranken Frauen in Kenia Kleinstkredite als Hilfe zur Selbsthilfe:
Elf Studenten als Lebensretter!
Elf oberösterreichische Studenten wandeln auf den Spuren des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus aus Bangladesch. Die jungen Idealisten vergeben Kleinstkredite an aidskranke Frauen in Kenia, damit diese und ihre Kinder überleben können. Das funktioniert bestens.

Das „Daraja”-Team. Stehend von links: Andrea Mayrhofer (aus Linz), Maria Bergthaler (Gmunden), Silvia Aichmayr (Linz), Michaela Mitterlehner (Marchtrenk), Ulrike Sembera, Sedina Dolic (beide Linz), Petra Schweiger (Rappottenstein); vorne von links: Florian Grossmann (Altenberg), Thomas Schleifer (Haid), Thomas Kleindessner (Reichraming), Andreas Propst (Enzenkirchen).
Der Name ist Programm: Das von sieben Studentinnen und vier Studenten des Linzer Fachhochschulstudienganges Soziale Arbeit in Privatinitiative ins Leben gerufene Projekt nennt sich „Daraja”. Das ist Kisuaheli und heißt übersetzt „Brücke”. Eine solche bauen die elf Studierenden aus Oberösterreich zu verarmten, aidskranken Frauen und deren Kinder in Kenia.
Die Idee dazu stammt von Thomas Kleindessner aus Reichraming. Der 27-jährige Ennstaler hängte seinen Beruf als Werkzeugmaschineur an den Nagel, ließ sich zum Jugendbetreuer umschulen und begann vor zwei Jahren mit dem Fachhochschulstudium. Er will wie seine zehn „Daraja”-Mitstreiter Sozialarbeiter werden.
Im Vorjahr absolvierte Kleindessner in einem Kinderheim in der kenianischen Kleinstadt Emali ein Berufspraktikum. „Emali liegt am so genannten HIV-Highway zwischen Mombasa und Nairobi. Hier machen die Fernfahrer Station,” erzählt Thomas. „Arbeit gibt’s da kaum. Die meisten der ärmsten Frauen können nur als Prostituierte ihre Kinder durchfüttern. 80 Prozent von ihnen sind HIV-positiv. Sie leben in größtem Elend von der Hand in den Mund.”
Kleindessner wurde aktiv. Bei seiner Rückkehr berichtete er seinen Studienkollegen von der Not der Frauen in Emali und stellte seinen „Sozialplan” vor: Durch Mikrokredite sollen die kranken Frauen eine Geschäftsidee verwirklichen und so ihre Familie ernähren könne.
„Als ich das gehört habe, war ich sofort begeistert und habe spontan meine Mitarbeit zugesagt,” erklärt Andreas Propst aus Enzenkirchen. Neun weitere Studenten aus dem gleichen Studienabschnitt folgten seinem Beispiel. Die „Daraja”-Elf fungiert jetzt als Darlehensbank für die kenianischen Frauen. Der durchschnittliche Mikrokredit beträgt umgerechnet 30 Euro.
Die ersten 25 Darlehen sind im Oktober verliehen worden, im Februar waren alle zu 100 % (!) zurückbezahlt. Kleindessner: „Wir zeigen damit, dass die Armen selbst in der Lage sind, ihr Leben zu verändern.” Erstmals aufgezeigt hat das der Wirtschaftswissenschafter Muhammad Yunus, der in Bangladesch ein Mikrokreditsystem aufgebaut und dafür 2006 den Friedensnobelpreis erhalten hat.
„Wir sind über Mittelsleute mit Yunus in sehr gutem Kontakt und zuversichtlich, dass er 2009 nach Linz kommt. Er ist von unserem Projekt begeistert,” freut sich Andi Propst.
Mehr Infos unter: www.daraja.at; Spendenkonto bei der Sparkasse OÖ: „Entwicklungshilfe für Kenia”, BLZ 20320, Kto-Nr. 32104289701

Thomas Kleindessner
mit aidskranker Mutter
und deren Kind in Emali.

Alleinerziehende Mutter mit ihren HIV-positiven Kindern. Am 1. Mai (19 Uhr) steht ein Gottesdienst in der Grobblechhalle der VOEST unter dem Motto „Soziale Gerechtigkeit in der Welt.” Die Messe hält VOEST-Seelsorger Rupert Granegger. Dabei wird die Studentin Silvia Aichmayr aus Linz das „Daraja”-Projekt vorstellen. „Wir werden auch Prospekte verteilen, und nach der Messe gibt es bei einer Jause die Möglichkeit zu Gesprächen,” so die junge „Daraja”-Aktivistin.

Mit dem Geld werden beispielsweise Verkaufsstände für Obst und Gemüse aufgebaut oder es wird eine Nähmaschine gekauft, um damit Geld zu verdienen. Vor der Kreditvergabe erhalten die Frauen durch zwei kenianische „Daraja”-Mitarbeiter ein Arbeitstraining.

