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Die Schlacht um Telefon-Festnetzkunden ist in vollem Gange
MyPhone gibt Gas!
MyPhone ist ein in Österreich noch junger Telefon-Festnetzanbieter mit günstigeren Tarifen als bislang üblich, der in nur wenigen Monaten schon einen Marktanteil von 2 Prozent oder 40.000 Kunden erreichen konnte. Im Vergleich dazu hat die österreichische Telecom rund 20.0000 Festnetzkunden verloren. Die Schlacht um Kunden und Geld eskaliert mit Beschuldigungen bis zum „schweren Betrug”. Der Geschäftsführer von MyPhone Österreich, Fredy Scheucher nimmt zu den Vorwürfen Stellung und geht seinerseits in den Angriff über.

Fredy Scheucher, Geschäftsführer MyPhone Austria: Wir räumen unseren Kunden sogar eine 14-tägige Rücktrittsfrist ein.
Herr Scheucher, Ihre Firma MyPhone wird „politisch” angegriffen. Warum?
Scheucher: Wir werden deshalb angegriffen, weil wir ein neuer Mitbewerber am Markt sind. Wir haben innerhalb relativ kurzer Zeit der Telekom Austria rund 30000 Kunden weggenommen und es werden täglich mehr. Was das wirtschaftlich, also auch finanziell für die Telekom bedeutet, das kann man sich leicht ausmalen. Berechnet man diese Entwicklung einige Jahre voraus, dann ist der Verlust für die Telekom mehr als herb. Selbstverständlich auch für andere Anbieter, aber nicht in diesem Ausmaß. Der ehemalige Monopolist ist eine kräftige Konkurrenz eben nicht gewöhnt und versucht mit allen Mitteln sein Revier zu verteidigen.
Wie akquiriert MyPhone seine Kunden?
Scheucher: Auf klassischen Vertriebswegen aber auch mit moderneren Marketingmethoden, also durch Telemarketing, Promotioneinsätze und mittels Direktvertrieb. Diese Methoden sind nicht nur in unserer Branche seit etlichen Jahren üblich. Jede Anschuldigung, wir würden illegale oder nicht gesetzeskonforme Mittel einsetzen oder außerhalb gesetzlicher Regelungen agieren, sind aus der Luft gegriffen, wie auch schon vom Kurier anlässlich ähnlicher Behauptungen bestätigt wurde.
Eine der Beschuldigungen besagt, MyPhone würde Kunden durch Manipulation von Tonbändern über den Tisch ziehen. Wie ist das möglich?
Scheucher: Das ist definitiv unmöglich! Eine unabhängige, auch von der Schweizer Telecom zertifizierte Firma übernimmt in unserem Auftrag die Verifizierung der Aufzeichnungen, die im Zuge der Kundengespräche erfolgen. Diese Gespräche laufen nicht nur nach einem genau vorgeschriebenen und alle gesetzlichen Bestimmungen gemäßen Reglement ab, sie werden auch mindestens 2 mal geprüft - was MyPhone übrigens 4 Euro pro Vertrag kostet.
Die Telekom Austria bezeichnet auch MyPhone als „dubiosen Mitbewerber”, der mit „bisher als seriös geltenden Firmen” kooperiert. Das grenzt an Ruf- und Kreditschädigung. Welche Firmen sind hier gemeint?
Scheucher: In erster Linie Colt-Telecom, unser Hauptpartner. Mit dieser Firma arbeiten wir auf anderen Märkten seit Jahren erfolgreich zusammen. Was die Ruf- und Kreditschädigung betrifft, müssen wir natürlich feststellen, dass wir ein ungeliebter und ungebetener Mitbewerber sind, den vor allem die Telekom Austria gerne wieder aus dem Markt drängen würde. Hier sind offensichtlich auch unfeine Mittel gerade recht.
In einem Massenmedium wird auch von Ermittlungen gesprochen, die den Verdacht „schweren Betrugs” nahe legen. Wie reagieren Sie darauf?
Scheucher: Von Ermittlungen wissen wir nichts, obwohl gerade eine solche Anschuldigung doch nicht unerheblich sein würde. Anhängige Klagen, die ausschließlich wettbewerbsrechtliche Fragen betreffen, sind als in unserer Branche übliche zu bezeichnen, ja, diese gehören gleichsam zum „guten Ton” in diesem Geschäft. Ohne einen gewissen finanziellen Hintergrund wären aber mehrere Klagen als Kampagne gegen einen Mitbewerber möglicherweise ruinös, so, dass der Newcomer den Markt wieder räumt. Die Unterstellung, Mitarbeiter von uns würden sich falsch deklarieren oder unter falschen Voraussetzungen Verträge mit Neukunden erreichen wollen, weisen wir schärfstens zurück.
MyPhone wird auch beschuldigt, dass das Fernabsatzgesetz nicht befolgt würde. Was besagt dieses Gesetz und warum ist diese Anschuldigung einfach falsch?
Scheucher: Dieses Gesetz besagt einfach dargestellt, dass es im Direktvertrieb für den Kunden ein auf 7 Tage befristetes Rücktrittsrecht gibt. MyPhone hält sich nicht nur an diese Vorgabe, wir räumen unseren Kunden sogar eine 14-tägige Rücktrittsfrist ein, weil wir auch mögliche Postwege oder sonstige Verzögerungen für möglich halten. Dieses kulante Angebot bieten wir deshalb, weil wir uns der Qualität unseres Angebots bewusst sind und Kunden auch nur durch diese überzeugen wollen.
Ein Konsumentenschützer behauptet, vor Ihrer Firma würde gewarnt. Wie kommt der Konsumentenschutz dazu, ohne konkrete Beweise Derartiges zu unterstellen?
Scheucher: Bei einem so großen Vertragsaufkommen kann es durchaus passieren, dass der eine oder andere Kunde verunsichert ist und sich zur Überprüfung des Vertrages an die Arbeiterkammer wendet - insbesondere, wenn er die Widerrufsfrist versäumt hat. Warum hier eine Warnung ausgesprochen werden sollte, wissen wir auch nicht, aber grundsätzlich ist die Begründung wahrscheinlich, dass eine größere Anzahl von Kundenanfragen als Ursache zu sehen ist - was allerdings keine Rückschlüsse auf die Korrektheit der Verträge zulassen dürfte. Vielmehr wäre es durchaus zulässig für die Kunden, nachzufragen, warum der ehemalige Monopolist höhere Tarife verlangt, obwohl doch - wie wir beweisen - günstigere Angebote möglich sind.
Wissen Sie etwas von „hunderten Geschädigten”, wie dies behauptet wurde?
Scheucher: MyPhone Kunden können nicht geschädigt werden! Unsere Tarife sind nachweislich günstiger als jene der Konkurrenten, woraus sich nur Vorteile für den Kunden ergeben, niemals aber eine Schädigung!
Ein abschließendes Statement zur Situation…
Scheucher: Es ist immer wieder schade, dass ein neidischer Platzhirsch ein junges und am Markt neues Unternehmen, das auch etliche Arbeitsplätze schafft, zu verdrängen versucht. Hier werden durch unfaire Methoden Existenzen gefährdet, was ich nicht nur als nicht marktgerecht, sondern auch als unverantwortlich bezeichnen möchte. Wir werden uns keinesfalls einschüchtern lassen und glauben, dass die Realität unserer Angebote jeder objektiven Prüfung standhält und für uns spricht.

