07. Februar 2012

LESENSWERT

LESENSWERT – Neue Bücher von Autoren aus OÖ

Sagenumrankte alte Kultsteine als Kraftquellen


So genannte Kultsteine sind ein Stück Heimatgeschichte. Um sie ranken sich viele Sagen und mystische Erzählungen. Sie versprechen Kraft, Heilung oder zumindest Erkenntnis. Oberösterreich ist „steinreich” an magischen, meist idyllisch gelegenen Plätzen. Diese Kultstätten sind ein Teil unserer Heimatgeschichte. Sie laden zu geistigen Reise in die Zeit unserer Altvorderen ein. Auf diese Weise werden die alten Kultsteine zu neuen Kraftquellen.

„Brechen wir auf. Verlassen wir Stadt, Markt oder Dorf. Suchen wir den Hügel abseits der Straßen. Suchen wir den Platz in der Landschaft, wo wir alleine sind mit einem Baum, einem Stein, einer Quelle.” Mit diesen Worten führen uns Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka in ihr kürzlich erschienenes Buch „Kultplätze in Oberösterreich” ein (Freya Verlag, 176 Seiten, 19,90.- Euro). Darin spüren die Autoren 90 Plätze in 67 oberösterreichischen Gemeinden auf, die sich angeblich durch besonders starke Strahlung auszeichnen. Frei fließende Erdenergie und messbare Kraft würden hier den Wanderer und Suchenden positiv beeinflussen, so die Autoren.

Die magischen Orte sind über das ganze Land verstreut. Es sind meist bezaubernde Stellen in schöner Landschaft, an denen man, wenn schon nicht Heilung oder magische Kraft, so doch Ruhe findet. Manche Sagen und märchenhaften Erzählungen, die diese „heiligen” Orte begleiten, werden häufig noch heute von der Bevölkerung geschätzt und in Ehren gehalten.

Eine dieser Kultstätten ist beispielsweise ein durchlöcherter Stein beim „Möslingerhäusl” in der Ortschaft Emsenhub in Adlwang. Der kugelige Lochstein galt den Kelten als Fruchtbarkeitssymbol. Heute besuchen ihn Menschen mit krankem Arm oder Gicht. Deshalb wird er als „Die Hand” bezeichnet.

Weitere Beispiele für Kultsteine und -plätze sind der „Teufelstritt” bei der Ennser Stadtmauer, der „Wolfgangsstein” in Kremsmünster, die „Bucklwehluckn” in St. Thomas am Blasenstein oder die „Pöstlingberg Grotte” in Linz.

Das Buch „Kultplätze in Oberösterreich” enthält genaue Wegbeschreibungen inklusive GPS-Daten, Informationen zur Region (Einkehrmöglichkeiten), und es geht ausführlich auf die Überlieferung und das Brauchtum ein.

Aphoristischer Leitfaden von und für Schlaumeier


Gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt wird man vom Büchlein „Pfiffikus & Pfiffikusine” (63 S., 8,50 Euro). Seine Gedichte,Aphorismen und Fotos richten sich an Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und wissen, dass es Höhen und Tiefen zu überwinden gibt. Die Texte stammen von Peter Feichtinger aus Leonding, das Layout von Angela Koch, und Nadia Doblhammer hat zahlreiche Textpassagen in schöner Handschrift zu Papier gebracht. Ein Anliegen des Buches ist der Aufruf zur Gelassenheit („Was hinter dir liegt, soll nicht vor dir liegen”). Bestellungen: 0732/672674 oder per email: verlag.feichtinger@utanet.at

Die lukullischen Geheimnisse der Pfarrköchinnen


In Pfarrhöfen und Klöstern wird seit jeher viel Wert auf gutes Essen und Trinken gelegt. Schon Jesus saß mit Menschen gerne bei Tisch. Beim Essen und Trinken geschahen viele Wunder. Kein Wunder, dass Pfarrhaushälterinnen als gute Köchinnen gelten. Sie lüften nun ihre Kochtöpfe und geben ihre Rezeptgeheimnisse preis.

Im Ennsthaler Verlag sind zwei Bände mit Rezepten aus dem Pfarrhaushalt erschienen, die Gutes für Leib und Seele versprechen. Band 1 enthält Rezepte von 81 Pfarrköchinnen, darunter 62 aus Oberösterreich. In Band 2 stammen 73 der 77 Autorinnen aus unserem Bundesland.

Die Speisenvorschläge zeichnen sich vorwiegend durch einfache Zubereitung und unkomplizierte Zutaten aus. Jede Buchseite enthält sehr übersichtlich jeweils ein Rezept. Schon bei der Inhaltsangabe läuft einem das Wasser im Munde zusamen. Die Auswahl reicht von Suppen und Suppeneinlagen über Hauptspeisen mit und ohne Fleisch, Salate, Aufstriche, Jausen, Brot, Kekse und Haltbares bis zu Desserts und fertigen Menüvorschlägen. Band 2 enthält auch Fischgerichte. Die Rezepte sind für vier Personen ausgelegt.

Einige Pfarrköchinnen sind in beiden Bänden mit Schmankerln vertreten. Dazu gehören unter anderen Pauline Fuchshuber aus Wilhering und Johann Hanner von der Voest-Pfarre in Linz. Viele der Pfarrhaushälterinnen sind noch aktiv, einige befinden sich mittlerweile im wohlverdienten Ruhestand, kochen aber immer noch gerne.

Seit 1976 gibt es in der Diözese Linz die Berufsgemeinschaft der Pfarrhäushälterinnen, deren Berufsbild sich stark gewandelt hat. „Es gibt nicht mehr nur die unverheiratete Frau, die im Pfarrhaus arbeitet und wohnt,” schreiben Edeltrude Auer aus Wartberg/Aist und Hermine Holzer vom Linzer Haus der Frau im Vorwort zu Band 1. „Es gibt heute auch verheiratete, geschiedene und verwitwete Frauen in unserem Beruf. Es gibt Frauen, die ganztags oder stundenweise im Pfarrhaus arbeiten. Viele wohnen nicht mehr im Pfarrhaus.”

Band 1 (320 Seiten) der „Rezepte aus dem Pfarrhaushalt” kostet 14 Euro, Band 2 (432 Seiten) 18 Euro.