05. September 2010

GESUNDHEIT

Landesspitäler kaufen bis zu 30 % biologische Lebensmittel

Gesunde Bio-Menüs für die kranken Patienten

Gesundes Essen für kranke Menschen: Die oberösterreichischen Landesspitäler, in denen im Vorjahr mehr als 1,8 Millionen Vollmenüs serviert wurden, setzen vermehrt auf die Bio-Welle. Fast ein Drittel der eingekauften Lebensmittel kommt bereits aus biologischem Anbau.

Wie geht es Dir? Wie ist das Essen? Das sind die häufigsten Fragen der Spitalsbesucher an die Patienten. Das ist verständlich. Neben einer erstklassigen medizinischen Versorgung erwartet man sich, dass man im Krankenhaus auch kulinarisch verwöhnt wird. Das Essen soll ein wenig genussvolle Abwechslung in den meist leidvollen Patientenalltag bringen. Kein Wunder also, dass es bei den regelmäßigen Patientenbefragungen die meisten Anregungen, Wünsche und Beschwerden zum Essen gibt, vor allem was die Größe der Portionen und die Essenszeiten betrifft.

Die Oberösterreichische Gesundheits- und Spitals AG (gespag) trägt diesem Umstand Rechnung. Sie ist als Krankenanstaltenholding auch der mit Abstand größte „Hotelbetrieb” im Land. Im Vorjahr wurden in den elf gespag-Spitälern 183.830 Patienten versorgt, deren Aufenthalt im Schnitt 6,3 Tage dauerte. Für ihr leibliches Wohl und das der Mitarbeiter wurden mehr als 1,8 Millionen Vollmenüs, bestehend aus Frühstück, Mittag- und Abendessen, aufgetischt. In den gespag-Anstalten haben Patienten ohne diätische Einschränkung die Wahl aus zwei Mittagsmenüs, Klassepatienten können aus drei Angeboten wählen.

Immer häufiger werden Mahlzeiten aus biologischen Produkten ans Krankenbett serviert. Bei Frischwaren wie Brot, Eiern, Fleisch, Salat, Obst und Gemüse sowie Molkereiprodukten macht der Anteil biologischer Produkte bereits 20 Prozent aus. Milch, Butter, Käse und Obst kommen schon zu einem Drittel aus biologischer Landwirtschaft. „Unser Ziel ist es, den Bioanteil an der Frischware bis 2009 auf insgesamt 30 Prozent zu steigern,” will Direktor Mag. Rainer Moshammer die Biowelle weiter forcieren.

Jährlich wendet die gespag knapp 7,5 Millionen Euro für Lebensmittel auf. Für die schmackhafte Zubereitung sind in den Spitalsküchen 375 Frauen und Männer zuständig. Dass sie ihr Handwerk verstehen, zeigt die 2006 eingeführte „Kesselbewertung”. Das ist eine Art Haubenauszeichnung für Spitalsküchen. Den elf gespag-Küchen wurden 16 Kessel verliehen. Damit ist man Spitzenreiter unter allen Spitalsträgern in Österreich.