AKTUELLES
OÖ: Von 867.000 Legehennen werden noch 199.000 in Käfigen gehalten
9 Millionen Ostereier werden in unserem Land verspeist
Osterstress in den Eierfarmen: Allein in Oberösterreich werden neun Millionen Ostereier verspeist. Für ausreichend Nachschub sorgen die 867.000 Legehennen im Lande. 199.000 von ihnen leben noch in Käfigen. Damit ist am 1. Jänner ‘09 Schluss. Diese Tierhaltung ist dann verboten.

2005 wurde im neuen Tierschutzgesetz festgeschrieben, dass ab 1. Jänner 2009 die Käfighaltung von Legehennen nicht mehr erlaubt ist. Seitdem wurde auf Oberösterreichs Eierfarmen viel investiert und modernisiert. Lebten vor drei Jahren noch 442.000 Hennen in Käfigen, so sind es derzeit „nur” noch 199.000.
Insgesamt sind in Oberösterreich derzeit 356 landwirtschaftliche Betriebe als Eierbauern regististriert, die 867.000 Hennen besitzen. Davon werden 88.000 biologisch gehalten, 136.000 leben in Freilandhaltung, 443.000 in Bodenhaltung. Hennen in Bodenhaltung haben gegenüber ihren Kolleginnen in Käfighaltung den Vorteil, ihren Gitterverschlag zu Spaziergängen ins Freie verlassen zu können.
Zu diesen Legefarmen kommen noch die vielen Kleinlandwirte, die einige Hühner quasi für den Hausgebrauch füttern. Mit diesem Geflügel kommt man in Oberösterreich auf 950.000 Hennen. „Damit sind wir Selbstversorger,” weiß Ing. Martin Mayringer, Geflügelreferent der OÖ-Landwirtschaftskammer.
Oberösterreichs Hennen decken also den Eierbedarf in unserem Land großteils ab. Und der kann sich sehen lassen. Pro Kopf werden im Jahr etwa 330 Eier verdrückt. Mayringer: „25 Prozent davon sind Verarbeitungseier. Also Eier, die in Lebensmitteln wie Teigwaren, Kuchen und so weiter enthalten sind. Der Rest wird als Schaleneier hart oder weich gekocht verzehrt.”
Eine Henne legt im Jahr 295 bis 300 Eier. „Etwa 265 davon sind verkaufsfähig. Der Rest ist zu klein, verschmutzt oder zerbrochen,” erklärt Mayringer.
Obwohl die Eierpreise für den Verbraucher zuletzt gestiegen sind, „bleibt das Eiergeschäft für die Bauern ein Centgeschäft,” sagt Martin Mayringer. „Man muss gut arbeiten, um einen Deckungsbeitrag zu erwirtschaften. Seit Mitte Jänner läuft das Ostergeschäft, werden Eier millionenfach gefärbt. Die drei größten Eierfärbereien Oberösterreichs, die auch bundesweit zu den Marktführern gehören, sind die Firmen Poringer in Ried/Innkreis, Steiner in Hochburg-Ach und Schäffler in Engerwitzdorf. Sie haben in den letzten Wochen speziell die Winterskigebiete mit färbigen Eiern versorgt. Die Oberösterreicher verzehren an die neun Millionen Ostereier. Im Schnitt rechnet man mit sechs bis sieben Eiern pro Kopf.
Jene 63 Bauern, die noch 199.000 Hennen in Käfigen halten, müssen ihre Tiere bis Jahresende zumindest auf Bodenhaltung um- oder ihren Betrieb einstellen. „Etwa die Hälfte davon wird aufgeben,” schätzt Martin Mayringer. Neu hinzukommende und vergrößerte Betriebe werden ihren Abgang ausgleichen.

