08. September 2010

AKTUELLES

Durchschnittspension in Oberösterreich beträgt nur 1.093 Euro brutto im Monat:

Immer mehr Rentner in der Armutsfalle!

Einige „Edelrentner“ kassieren bis zu 20.000 Euro - Die Mehrheit muss von 1.000 Euro im Monat leben


Die „reichen Pensionisten” sind eine Mär. In Wirklichkeit ist die Pension eine Armutsfalle. Zwar kassieren einige privilegierte Edelrentner bis zu 20.000 Euro im Monat, der Durchschnittspensionist in Oberösterreich muss aber mit kargen 1.093 Euro brutto ausgekommen.

Wer bekommt wieviel Pension? Diese Frage ist ein Dauerbrenner unter den verschiedenen Berufsgruppen. Tatsache ist: Sämtliche Reformen haben an der Ungleichheit nichts geändert. Während eine erlesene Schar von Edelrentnern Traumpensionen kassiert, bezieht die große Masse jener, die sich ein Leben lang abgerackert haben, sehr bescheidene Renten. In Oberösterreich beträgt die Durchschnittspension für Unselbständige - ohne Beamte - und Gewerbetreibende 1.093 Euro brutto im Monat, 14 mal jährlich.

Österreichweit liegt die Durchschnittspension noch 100 Euro unterm Oberösterreich-Schnitt. Sie beträgt gar nur 994 Euro brutto, wobei die Frauen noch viel schlechter dran sind. Beträgt die durchschnittliche Frauenpension karge 768 Euro, so verfügen die Männer im Schnitt über 1.298 Euro. Am ärmsten sind die Bäuerinnen, die es im Schnitt auf nicht einmal 500 Euro brutto im Monat bringen.

Die ASVG-Höchstpension beträgt 2.590,80 Euro brutto, zu denen ab 1. Jänner 36,75 Euro hinzukommen. Da die Inflation mit aktuell 3,1 % höher ist als die Pensionserhöhung (maximal 2,9 %), werden mit Jahreswechsel alle ASVG-Pensionen wieder weniger wert. Insgesamt beziehen knapp 30.000 Oberösterreicher die ASVG-Höchstpension, bundesweit sind es mehr als 141.000 Personen, die sich über die Höchstpension oder noch mehr freuen.

Die absoluten Pensionkaiser streifen bis zu 20.000 Euro ein. Dazu gehören unter anderen hochbezahlte Ex-Firmenvorstände und Bankmanager und jene Politiker, die noch in die alte, bis 1997 geltende Politikerpensionsregelung fallen. Dieses großzügige System bescherte bis zu 80 % des Letztbezuges bei einem Antrittsalter ab 55 Jahre. Das kostete im Vorjahr 26 Millionen Euro, nur drei Millionen sind durch Politikerpensionsbeiträge gedeckt, den Rest bezahlt der Steuerzahler.

Auch alle Landesbeamten, die vor 2003 in den Ruhestand gingen, kommen auf bis zu 80 % ihres Letztbezuges. Für manchen Hofrat sind das bis zu 8.000 Euro und mehr im Monat. Derzeit kommen 2.500 Landesbeamte und 1.000 Hinterbliebene in den Ruhegenuss nach der alten Pensionsregelung. Das belastet das Landesbudget im Jahr mit 100 Millionen Euro. Seit 2003 gibt es für Landesbedienstete eine Pensionsübergangsregelung. Wer jetzt in den Landesdienst eintritt, fällt in das ASVG-System plus Pensionskasse.