13. November 2019

AKTUELLES

Sorge um wundertätiges Brünnlein in St. Florian


Nach der Legende des Heiligen Florian sprudelt die Quelle bei der St. Johanneskirche in St. Florian bei Linz seit 1703 Jahren. Seit Jahrhunderten pilgern Gläubige zu dem „wundertätigen Brünnlein”, dessen Heilkraft vor allem im Mittelalter weithin gepriesen war. Auch heute holen sich hier noch Menschen aus nah und fern frisches Trinkwasser. Seit einigen Wochen fragen sie sich: Was ist mit dem Florianibrunnen los? Die Quelle ist nämlich beinahe versiegt. Eine Leitung ist völlig trocken, die zweite rinnt nur noch ganz schwach. Wie lange noch? Das Florianer Chorherrenstift ließ bereits die Brunnenzuleitungen überprüfen, fand allerdings keine Erklärung für den Wassermangel.

„Keine Angst,” beruhigt St. Florians Bürgermeister Robert Zeitlinger. „Wir mussten vorübergehend das Grundwasser in dieser Region drosseln, weil in der Nähe eine Baugrube für ein Bürohaus und Wohnungen ausgehoben wird, die ansonsten überflutet würde. Sobald diese Gefahr nicht mehr besteht, werden alle Brunnen und auch die Quelle bei der St. Johanneskirche wieder wie gewohnt fließen.”

Entsprungen ist die Quelle - der Leidensgeschichte des Hl. Florian zufolge - im Jahr 304. Die Witwe Valeria, die den Leichnam des Märtyrers zur Bestattung an einen geheimen Ort transportierte, musste hier mit ihren ermatteten Zugtieren eine Rast einlegen. In ihrer Not betete die tiefgläubige Frau zum Herrn. „Sogleich entsprang an dieser Stelle eine ergiebige Quelle,” wie es in der Passio Sancti Floriani heißt. Die Tiere tranken und zogen zur Grabstelle weiter. Dort steht heute das Stift St. Florian.

Die Quelle fließt bis zum heutigen Tag. „Das wundertätige Brünnlein von St. Florian” malte Albrecht Altdorfer um 1520 als siebte Tafel eines Florian-Gemäldezyklusses. Dieses Bild war in den Händen von Privatsammlern in Deutschland und der Schweiz, ehe es vor etwa 20 Jahren im internationalen Kunsthandel verschwand. In jahrelangen Nachforschungen gelang es Dr. Friedrich Buchmayr, Bibliothekar im Florianer Stift, über einen New Yorker Kunsthändler den amerikanischen Besitzer des wertvollen Gemäldes zu eruieren. Ein Abbild ist jetzt im Florianigang des Klosters als beleuchtete Schautafel zu sehen.


Um 1520 malte Albrecht Altdorfer, damals in deutschen Landen der berühmteste Maler neben Albrecht Dürer, das „wundertätige Brünnlein in St. Florian". Dieses Gemälde galt lange Zeit als verschollen und befindet sich jetzt in Amerika in Privatbesitz.