07. Februar 2012

AKTUELLES

In Geboltskirchen ist die einzige Krippenbauschule Oberösterreichs beheimatet

Ein ganzes Dorf baut Weihnachtskrippen

Hier glänzt kein Gold, es riecht nicht nach Weihrauch und Myrrhe und schon gar nicht nach Ochs und Esel. Dafür sind im wunderschön ausgebauten Dachgeschoß der Volksschule Geboltskirchen viele fleißige und geschickte Hände am Werk. Sie messen, schneiden, bohren, sägen, pinseln und kleben. In Oberösterreichs einziger Krippenbauschule herrscht jetzt Hochbetrieb.

Betrieben wird die Schule vom Verein „Krippenfreunde Hausruck Geboltskirchen”, der mittlerweile 150 Mitglieder zählt. „Wir haben 3.000 freiwillige Arbeitsstunden und 33.000 Euro in den Aufbau der Schule investiert,” erzählt Josef Ahammer. Der 62-jährige Krippenbaumeister widmet sich seit mehr als 50 Jahren seinem Hobby und hat den ganzen Ort mit seiner Leidenschaft „infiziert”. Deshalb bekam Geboltskirchen auch den Zuschlag für die Landeskrippenbauschule, die 2006 eröffnet wurde. Ihr ehrenamtlicher Leiter ist Josef Ahammer, der vor Jahrzehnten mit seiner Familie von Ebensee in den Hausruck übersiedelte und in seinem Keller eine Krippenbauwerkstatt eingerichtet hat.

Schon seit 1999 finden in Geboltskirchen jährlich Krippenbaukurse statt. Auch in der Volksschule ist das Basteln von Behausungen für die Heilige Familie fest verankert. Geboltskirchen ist der einzige Ort, wo praktisch jede Familie über eine eigene, fast immer selbst gebaute Krippendarstellung verfügt.

Die Krippenbauschule bietet Platz für 24 Teilnehmer. Jährlich findet jeweils von Jänner bis Mai und von August bis Dezember ein Kurs statt. Unterrichtet wird meist einmal wöchentlich abends.

Der Andrang ist enorm. „Wir sind 2008 schon ausgebucht,” freut sich Josef Ahammer. „Die Teilnehmer kommen aus dem ganzen Land. Sogar aus dem Salzkammergut, der einstigen Heimat des Krippenbaus. Auch Bayern haben bereit ihr Interesse angekündigt.” Touristen besuchen die Krippenbauschule, bei Vereinen und Schulen sind Führungen durch die außergewöhnliche und sehenswerte Einrichtung beliebt.

In Geboltskirchen werden auch Krippenbaumeister ausgebildet. Sie müssen in vier Jahren vier Lehrgänge von jeweils einer Woche absolvieren. Unterricht und Prüfung sind beinhart. Ahammer: „Es wird täglich von 8 bis 18 Uhr gearbeitet. Die Teilnehmer müssen den Bau orientalischer und alpenländischer Weihnachtskrippen beherrschen.”

Ihre Begeisterung wollen die „Krippenfreunde Hausruck Geboltskirchen” ins ganze Land hinaustragen. „Wir wollen, dass wieder jedes Haus seine eigene Krippe hat,” sagt Krippenbaumeister Wolfgang Seiringer mit leuchtenden Augen.