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Adalbert Stifter, Alfred Kubin, Josef Werndl, Hans-Joachim Kulenkampff
Berühmte Namen auf unseren Friedhöfen

Das Grabmal von Adalbert und Amalie Stifter am Friedhof der St. Barbara-Gottesacker-Stiftung der Diözese Linz. Der Schriftsteller ging im Stiftsgymnasium Kremsmünster zur Schule und lebte ab 1848 in Linz, wo er am 21. Jänner 1868 starb.
Auf heimischen Friedhöfen liegt viel Prominenz neben "Normalsterblichen".
Friedhöfe sind nicht nur letzte Ruhestätten. Sie werden auch als Erholungsoasen geschätzt. Spaziergänge durch die heimischen Gottesacker sind eine Zeitreise durch die Geschichte unseres Landes, bei der man neben den Gräbern der „Normalsterblichen” auf viele prominente Namen stößt. „Hallo” schaute sich um, wo die großen Namen ruhen. Ein kühler Wind streicht über den kleinen Gottesacker. Auf den Bäumen ringsum sind nur noch einige verfärbte Blätter verblieben. Unter den Zweigen eines Strauches kauert eine Amsel. Von der 500 Meter entfernten Pfarrkirche klingen die Glocken herüber. Anton Bruckner steht am offenen Grab seiner geliebten Mutter. So könnte es am 11. November 1860 gewesen sein, als Theresia Bruckner am Friedhof des kleinen Ortes Ebelsberg zur letzten Ruhe geleitet wurde.
Anton Bruckner war damals Domorganist in Linz. Seine Mutter hatte elf Kinder zur Welt gebracht. Anton, ihren Ältesten, hat sie 1837 als Sängerknabe ins Stift St. Forian geschickt. Dass aus ihm ein musikalischer Weltstar wurde, erlebte die Mutter nicht mehr. „Schullehrerswitwe aus Ansfelden” steht heute schlicht am Grabstein Theresia Bruckners. Die Betreuung ihres Grabes übernahm die Stadt Linz, wo Ebelsberg 1939 eingemeindet wurde. Die Gebeine Anton Bruckners liegen auf eigenen Wunsch unter der Brucknerorgel im Florianer Stift.

Unter der Brucknerorgel im Stift St. Florian ruht der „Musikant Gottes”. Das Grab von Mutter Theresia Bruckner ist in Linz- Ebelsberg.
Die großen oberösterreichischen Friedhöfe werden immer mehr als Erholungsparks geschätzt und genützt, in Gesellschaft von Eichhörnchen, Hasen, Fasanen und anderen Tieren. Wenn der Kies unter den Schuhen knirscht und man die Augen offen hält, entdeckt man bei seinen Rundgängen viele prominente Namen.
So findet man im Sankt Barbara-Friedhof (12 ha, 18.000 Gräber) in Linz an zentraler Stelle beispielsweise die letzte Ruhestätte von Adalbert Stifter (1805- 1868) und dessen Gemahlin Amalie (1811-1883). Hier ruhen unter anderen auch der Schriftsteller und Humorist Franz Resl (1883-1954) und Dr. Heinrich Gleißner (1893- 1984), der von 1945 bis 1971 als Landeshauptmann regierte.
Im Stadtfriedhof Linz- St. Martin (57 ha, 13 Mitarbeiter, 3 bis 4 Beerdigungen pro Tag) liegen zahlreiche Linzer Bürgermeister begraben, wie Dr. Ernst Koref (1891-1988) und Franz Hillinger (1921- 1991), sowie viele Persönlichkeiten, die wir von Straßennamen her kennen. Etwa der Rechtsanwalt und Handelskammer- Mitinitiator Dr. Ignaz Figuly (1807-1875) oder der Kaufmann und Wohltäter Christian Coulin (1806- 1888), welcher der Stadt Linz ein Vermögen zur Versorgung mittelloser und alter Dienstboten hinterließ. Insgesamt gibt es in Linz 45 Ehren- und Betreuungsgräber der Stadt und mehrere des Landes.
Auf dem Friedhof in Steyr-Tabor (4 ha) spiegelt sich die eindrucksvolle Industriegeschichte der Eisenstadt wider. So ist das größte der 8.500 Erdgräber die Familiengruft von Josef Werndl (1831 -1889), dem „Vater der Steyrer Werke”. In seiner Nachbarschaft befinden sich die Gedenkstätten von Anton Spitalsky (1831-1909), Fabriksdirektor der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft, Alois Winzig (1862-1945), Seniorchef der Steyrer Sodawasserfabrik, und des weltweit geschätzten Stahlschnitt- Künstlers Michael Blümelhuber (1865-1936).
Am kleinen Friedhof von Frauenstein in Molln ruht ebenfalls ein Promi: Der deutsche Entertainer Hans-Joachim Kulenkampff (1921-1998), der hier seine Freizeit genoss.
Wels: Einzigartige Kindergedenkstätte.

Auf dem Friedhof der Stadt Wels (16,5 ha, 20.000 Gräber) wurde jüngst eine für Österreich einzigartige Kindergedenkstätte eröffnet. Das Klinikum der Kreuzschwestern Wels ermöglicht hier mit Unterstützung der Stadt die Bestattung von Fehl- oder Totgeburten. Diese Kinder haben das Tor (Bild) zum Tod durchschritten, ohne je einen Schritt auf dieser Erde gesetzt zu haben. Auch ein Brunnen gehört zu dieser Gedenkstätte.

