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Wein aus eigenem Garten ist begehrt!
Weinbau als Hobby: Wein aus eigenem Garten ist begehrt!
Viele Landsleute versuchen sich als Hobby-Winzer. Im Herbst kommt neues Landesgesetz für den Weinbau.
Oberösterreich entwickelt sich zum Land der Hobby-Winzer. Immer mehr Landsleute stoßen mit Wein aus dem eigenen Garten an. 13 Weinbauern ziehen professionell Rebstöcke. Im Herbst kommt ein eigenes Weinbau-Landesgesetz, das unser Bundesland als „Weinregion Bergland” definiert.

Bis 1985 musste der Wein gut und billig sein. Dann kam man drauf, dass das nicht geht. Sommelier Hans Stoll
Mit dem Weinbau lebt in Oberösterreich eine alte Tradition auf. Ab
dem 8. Jahrhundert gehörte ob der Enns die Kultivierung von Rebstöcken
etwa 1.000 Jahre lang zum landwirtschaftlichen Alltag. Fast das ganze
Donautal, das Innufer, das Landl, Traun- und Kremstal sowie die Gegend um St. Florian waren beliebte Weinbaugebiete. Viele Orts und Familiennamen, wie Weinbauer oder Weinberger, erinnern noch
daran.
Heute gewinnt Wein aus Oberösterreich wieder an Bedeutung. In Eigenerzeugung für den Hausgebrauch und als wirtschaftliches Standbein.Immer mehr Hobby-Winzer pressen ihren eigenen Traubensaft. „Ein paar Weinstöcke im Garten genügen, und man kann seinen eigenen Wein machen. Auch wenn es nur ein paar Liter sind, macht es den Hobby-
Weinbauern viel Spaß,” weiß Ing. Karl Velechovsky aus Leonding. Der
„Spargelkönig” ist Obmann des 2004 gegründeten Landesweinbauverbandes
und erntet seit 2003 in Gaumberg auf 0,5 Hektar Ripadella-Trauben, die
er in Niederösterreich keltern lässt. Seinen Wein verkauft Velechovsky
ab Hof. Gaumberg gilt als das „Klein-Grinzing" von Leonding,
schließlich betreibt hier auch Alexandra Reisenberger einen 4,5 Hektar
großen Weinberg und eine beliebte Buschenschank. Ihr Wein wird in Gols
gekeltert. Unter den 13 Profi- Winzern ist Matthias Aichinger (42) aus
Hartkirchen der größte Weinbauer im Lande. Auf 7 Hektar zieht er
Chardonnay, Riesling, Burgunder, Zweigelt und Merlot. Produktionschef
in der Weinkellerei ist Sohn Bernhard (20), der die
Weinbaufachschule in Klosterneuburg absolvierte. „Der heurige Jahrgang
wird ein ganz guter,” freut sich Papa Matthias. „Allerdings gibt es
Einbußen beim Ertrag, weil durch das warme Wetter die Traubenschale
heuer dicker ist,” erklärt Karl Velechovsky. Die Weinlese beginnt Mitte
September, zwei Wochen früher als in den Jahren zuvor. Den Trend zum
Weinbau als Freizeitbeschäftigung registriert auch der Weinhandel. „Wir
erhalten laufend Anfragen, was man tun muss, um aus den Trauben in
seinem Garten, Wein herstellen zu können,” berichtet Thomas Obermayr
aus St. Marien, dessen Familie sich seit 25 Jahren mit dem Weinhandel
beschäftigt.
Er führt seit einem Jahr auch die beliebte Treff-
Kost-Bier- und Weinklinik in Schiedlberg. Dort können die Gäste aus den
besten Weißweinen, 40 Rotweinen und 30 Biersorten auswählen. Einer der
exzellentesten Weinkenner im Lande ist Hans Stoll aus Schörfling. Der
52-jährige arbeitete 27 Jahre in der Spitzen- gastronomie und ist seit
1995 WIFILehrgangsleiter für Sommeliers. Das WIFI bietet in diesem
Kursjahr 70 Weinseminare und Lehrgänge an. Das Interesse daran steigt
weiter. „Zu uns kommen Profis und private Weinliebhaber. Etwa 1.000
Teilnehmer bilden sich pro Jahr in Sachen Wein weiter,” so Stoll. Demnächst beschließt der Landtag ein OÖ-Weinbaugesetz.

