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Oberösterreichs 121 Wallfahrtsorte freuen sich über einen Besucheransturm.
"Beten mit Beinen" Renaissance des Pilgerns.
Beten mit den Beinen ist wieder modern!
Obwohl die Kirchenaustritte zu- und die regelmäßigen Messbesuche abnehmen, erleben Pilgerreisen auch in Oberösterreich eine Renaissance. Das „Beten mit den Beinen” ist nicht mehr nur Passion frommer Kirchgänger. Immer mehr Menschen machen sich auf den Wallfahrtsweg, um abzuschalten.

Mai bis Oktober ist die Hauptwallfahrtszeit zur Pietà am Linzer Pöstlingberg.
Die 850-Jahr-Feier des Wallfahrtsortes Mariazell mit dem Papstbesuch am 8. September fällt in eine Zeit, in der Pilgern wieder modern ist. Die Menschen machen sich zu Fuß auf den Weg, um Ballast des Alltags zurück zu lassen und zu sich selbst zu finden. Auch in Oberösterreich, wo 121 Wallfahrtsstätten bekannt sind, registrieren die beliebtesten Pilgerorte einen zunehmenden Besucherstrom. Zwar ist es nicht so arg wie am berühmten Jakobsweg nach Santiago de Compostela, wo sich mittlerweile die Pilger um Betten balgen, doch die Aufbruchstimmung ist unübersehbar.
„Wir hatten im März so viele Besucher der Lorcher Basilika wie überhaupt noch nie. Auch im April war das Interesse sehr groß,” erzählt Alfred Hudec aus Enns. Der 64- jährige Pensionist ist der Vater der dortigen Stadtführungen. Seit 41 Jahren erklärt er Touristen und Pilgern die älteste Stadt Österreichs und die Geschichte Lorchs.

Die Schutzmantelmadonna in Frauenstein gilt als Meisterwerk der Bildschnitzerkunst.
Die St. Laurenz-Basilika ist gleichsam die „Mutterkirche” des Christentums im Donauraum. Der Heilige Florian starb am 4. Mai 304 in Lorch als erster Märtyrer Österreichs.
Deshalb feierte 1988 Papst Johannes Paul II. hier vor zehntausenden
Gläubigen einen Gottesdienst. Das damals aufgestellte Papstkreuz steht
jetzt an der Enns, wo Florian ermordet wurde. Hudec: „Von hier ist auch
der stark frequentierte Pilgerweg nach St. Florian gut beschildert.”
Enns - und auch die Jakobskirche in Asten - liegt an der Hauptroute des Jakobsweges, der von Danzig über Prag und Freistadt quer durch Österreich Richtung Nordspanien führt. Im 14. Jahrhundert gab es in Enns sogar ein eigenes Pilgerhospiz. Die bekannteste
Wallfahrtsstätte Oberösterreichs ist wohl die Linzer Pöstlingbergkirche
als Linzer Wahrzeichen. Großen Pilgerzuspruchs erfreuen sich unter
anderen auch die Saalkirche Maria Schauersberg mit Mutter-
Gottes-Statue und Leonhard- Altar in Thalheim bei Wels, die
Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura und die „Sieben Schmerzen
Mariä”-Kirche in Adlwang, wo die drei Wochenenden nach St. Michael (29.
9.) tausende Wallfahrer anziehen. Pilger aus ganz Österreich und Bayern
besuchen ganzjährig das beschauliche Frauenstein im Steyrtal.
Autor: Manfred Radmayr

