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Vor 60 Jahren startete die Traditionsmarke, der immer mehr Oldtimer-Sammler ihre Leidenschaft widmen.
Steyr - der Traktor der Herzen!
Vor 60 Jahren startete die Traditionsmarke, der immer mehr Oldtimer-Sammler ihre Leidenschaft widmen.
Tok-Tok-Tok! Vor 60 Jahren tuckerte der erste Steyr-Traktor auf ein Feld in Steinbach/Steyr. Es war die Geburtsstunde einer Weltmarke. Seither wurden mehr als 500.000 Steyr-Traktoren verkauft. Die Zugmaschine wurde zum Symbol für den technischen Fortschritt in der Landwirtschaft - und zum Traktor der Herzen. Die Steyr-Sammler werden immer mehr.
Ein kleiner grüner Traktor mit ausgedienten Flugzeugreifen, abstehenden Scheinwerferaugen und einer runden Motorhaube, unter der ein Zweizylinder- Dieselmotor mit 26 PS klopft und vibriert: tok-tok-tok! Die Herzschläge des Steyr 180 sind die Urlaute der bäuerlichen Motorisierung.
60 Jahre sind vergangen, seit der erste Steyr-Daimler- Puch-Traktor die vom Krieg beschädigten Werkshallen verließ. Er war der Grundbaustein in einem Erfolgspuzzle der heimischen Fahrzeugindustrie.
Den ersten Steyr 180, Fahrgestellnummer 1001, übernahm 1947 der Landwirt Leopold Haider in Steinbach an der Steyr. Auch Georg Nöstlehner in Dietach war einer der ersten, die dieses Modell erstanden. 32.156 Schilling musste er auf den Tisch legen. Dafür bekam er eine Traktor ohne Hinterreifen, denn die waren nach dem Krieg Mangelware und mussten selbst beschafft werden.
1947 war der "26er" eine technische Sensation.
„Damals hat man für Butter und Schmalz mehr bekommen als für Geld,” weiß Ernst Sandmair, der Chef des einzigartigen Bauerntechnik- Museums Gallhuberhof in Dietach. In seinem Museum kann man den Nöstlehner- Traktor bestaunen. Es ist das besterhaltene Modell der ersten Stunde.
Der Steyr 180 war 1947 eine technische Sensation, die das Ende der Zugtiere und den Beginn der Mechanisierung in der landwirtschaftlichen Produktion markiert. Der „26er” verfügte von Anfang an über Zapfwelle, Riemenscheibe, Differentialsperre und Elektrostarter. In fünf Gängen beschleunigte der Traktor auf fast 30 km/h.
„1948/49 hat man für ein Paar Rösser einen Traktor bekommen.“ Ernst Sandmair
Der Motor wurde nach dem Baukastensystem entwickelt. „Dem lag das Prinzip der Instandsetzung im Feld zugrunde. So konnte ein defekter Motor am Hof des Landwirtes repariert werden. Wesentliche Motorteile von Steyr-Traktoren und Steyr-LKW waren sogar austauschbar,” erklärt Landmaschinenmechanikermeister Ernst Radmayr, der jahrzehntelang die Lagerhaus-Werkstätte Enns-St.Florian leitete und die Steyr-Motoren aus dem Effeff kennt.
Erfolgreicher als der 180er war der Steyr 80. Dieser Einzylinder-Traktor, den es anfangs mit 13 und dann mit 15 PS gab, war die Lösung für den Kleinlandwirt. Im Volksmund trägt er den Vulgonamen „15er”. Dieser Traktor wurde praktisch für die Ewigkeit gebaut und ist heute das Ziel zunehmender Sammlerleidenschaft. Traktor-Oldtimer aus dem Hause Steyr sind begehrt wie noch nie.
Die Steyr-Technik blieb immer auf der Höhe der Zeit. Seit 1947 wurden mehr als 500.000 Steyr- Traktoren produziert. Derzeit verlassen jährlich etwa 9.000 Zugmaschinen die Fabrik in St. Valentin.
Am 15. August ab 10 Uhr gibt es beim Gallhuberhof in Dietach (07252/ 38294) die einmalige Gelegenheit, beim „Dampfund Erntefest” alle jemals produzierten Steyr-Traktormodelle zu besichtigen.

